Gitarrenbücher & Noten

Gitarren- und Notenbücher die sich lohnen! 

Der Markt an Gitarrenlehrbüchern und Notensammlungen ist mittlerweile gigantisch groß und kaum noch zu überblicken. Meine eigene Bibliothek nimmt mittlerweile den Platz einer ganzen Schrankwand ein und ich möchte gar nicht wissen, wie viel Geld ich dort hinein investiert habe. Deswegen habe ich Euch hier eine Liste zusammengestellt mit Büchern, die ich richtig gut finde und die ich im Unterricht oder für mich selbst nutze.


Eins vorab: ob die vorgestellten Notenbücher tatsächlich die richtigen für DICH sind, hängt natürlich von Deinem Kenntnisstand und Deinen Spielfähigkeiten ab. In der jeweiligen Buchbesprechung gebe ich Dir dazu immer eine Empfehlung, damit du bspw. als Anfänger kein Buch für den ausgefuchsten Profi bestellst.


1. Akustikgitarre:

 

Groovin’ Fingerstyles heißt das großartige Gitarrenlehrbuch von Arno Nünning. Man lernt hier anhand von 12 berühmten Songs verschiedene Picking Techniken kennen, die ich teilweise noch nie irgendwo anders gefunden habe. KLASSE! 


Der Autor spielt anscheinend in erster Linie Nylon String Gitarre, die Techniken, die er vorstellt, funktionieren aber auch super für Stahlsaite. 


Bei der Songauswahl hat er sich absolute Klassiker vorgenommen wie bspw. Hey Jude, Killing me Softly, Imagine, Summertime, Streets of London oder auch Oh Susanna. Man könnte jetzt denken, das das vielleicht ein wenig langweilig sei, aber weit gefehlt, denn er hat jeden dieser Songs sehr kreativ arrangiert, so das selbst ein abgenudelter Beatles Klassiker wie Norwegian Wood völlig frisch und innovativ klingt. 


Das Buch ist nichts für Anfänger, man sollte auf jeden Fall schon ein bisschen Fingerstyle praktiziert haben, dann kann man sehr viel aus diesem Buch ziehen. Alle Stücke werden ausführlich besprochen und in Noten und Tabulatur dargestellt. 


Fazit: Ein wirklich ein tolles Buch für alle die Folk- u. Pop Musik lieben! 


 

Das Klassische Gitarrenbuch von Stefan Schmidt ist ein prima Buch für alle, die einen leichten Einstieg in die Welt der Klassik suchen. Es enthält 50 Stücke aus verschiedenen Epochen, von leicht bis Mittelstufe.


Manche der Etüden erscheinen zunächst ein wenig langweilig, aber wenn man dem Aufbau des Buches folgt, bringt der Autor den Leser relativ schnell dazu, bekannte Vortragsstücke wie Lagrima oder die Spanische Romanze zu spielen.

 

Ganz besonders toll ist die grafische Gestaltung. Alle Stücke sind sehr übersichtlich gesetzt und kommen mit Notenschrift UND Tabulatur. Das ist in vielen Klassik Büchern leider nicht der Fall. 


Sehr positiv finde ich auch, dass er Autor zu Beginn des Buches einen unterhaltsam gemachten Überblick über die Vielfalt der (klassischen) Gitarre gibt. In vielen anderen Büchern ist dies meiner Meinung nach extrem trocken dargestellt, hier aber nicht. Auch zu einigen Vortragstücken gibt es immer wieder interessante Hintergrundinformationen. 


Fazit: ein mit großer Liebe zur Klassischen Gitarre gemachtes Buch, das einfach Spaß macht!

 

Das Buch Brazilian Guitar von Ahmed El-Salamouny gehört zu den besten Lehrbüchern zum Thema Bossa Nova und ähnlicher Stile. Der Autor ist ein echter Kenner der Szene und schafft es, die oftmals kompliziert klingenden brasilianischen Rhythmen so darzustellen, dass man sie sofort versteht und umsetzen kann.


Das Buch bietet weniger Theorie als viel mehr unzählige Begleitpatterns und Spielstücke, die er meist selbst komponiert hat. Er vermittelt ausschließlich original brasilianische Rhythmen und verzichtet auf die üblichen Pop Klischees, die man sowieso nach dieser Lektüre mit Leichtigkeit spielen kann. Das Buch ist natürlich nichts für komplette Anfänger, man sollte schon ein bisschen Akustikgitarre spielen können und auf jeden Fall Interesse an dem Genre mitbringen. Dann ist das Buch eine wahre Fundgrube und macht riesigen Spaß!


Fazit: Ahmed El-Salamouny ist DER Experte für Brazilian Guitar im deutschsprachigen Raum und das vorliegende Buch aus meiner Sicht das beste, auf deutsch erhältliche! 


2. E-Gitarre:       

Das Buch Jazzgitarre von Michael Sagmeister ist etwas für wirklich fortgeschrittene Gitarristen. Der Autor ist weltweit einer der profiliertesten Jazzmusiker und dem entsprechend hat er hier auch ein Hammer Buch geschrieben. 


Er erklärt die wichtigsten Skalen und deren Fingersätze, Akkordverbindungen und Improvisationskonzepte. Obwohl die Themen schnell komplex werden, gelingt es ihm alles verständlich und nachvollziehbar darzustellen. Dabei helfen die sehr guten grafischen Darstellungen z.B. der Fingersätze und der dazu gehörenden Akkorde. Klasse gemacht! Aber Vorsicht: das Buch komplett durchzuarbeiten ist eine Herkules Aufgabe und kann locker ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen. Aber selbst wenn man es nicht komplett durch arbeitet, ist es einfach eines der besten Nachschlagewerke zum Thema. 


Fazit: eines der umfangreichsten und gleichzeitig am besten zu verstehenden Werke zum Thema Jazzgitarre.


Das Buch Giants of Rock vom britischen Gitarristen Jamie Humphries macht einfach riesigen Spaß und man kann unglaublich viel für das Rhythmus und das Solospiel lernen. 


Der Autor analysiert die Spieltechniken von 20 Top Gitarristen von Aerosmith, Hendrix, Pink Floyd, Red Hot Chili Peppers, Thin Lizzy, U2, Van Halen…usw. 


Jedes Kapitel wird mit einer wirklich brauchbaren Analyse des jeweiligen Stils eingeleitet und die (von ihm komponierten) Beispielstücke sind zum Üben absolut gelungen. Alles gibt es als Noten und Tabs und mit Playalong Begleit- CDs für Solo und Rhythmusspiel. Achtung: das Buch ist nur auf Englisch erhältlich.


Fazit: ein tolles Komplettpaket mit Jamtracks. Absolut sein Geld wert!



Das kleinformatige Büchlein (A5 Format) mit dem schlichten Titel ROCK GUITAR ist eines der wenigen E-Gitarrenbücher für Einsteiger, dass ich empfehlen kann. Hier lernt man auf leichte und spielerische Weise grundlegende Techniken von Power Chords über Riffs bis zum Blues Rock, um erst einmal los legen zu können. Es gibt so gut wie keine Theorie, dafür um so mehr Song Beispiele und Übungsstücke. Eine CD mit ganz gut gemachten Playalongs rundet den positiven Gesamteindruck ab. 


Natürlich fehlen viele Informationen und nicht immer wird jedes Stück bis ins Detail erklärt, aber darum geht es in diesem Buch auch gar nicht. Vielmehr fördert das Buch die Spielfreude und die Lust sich einfach ohne viel Theorie an berühmten Rock Klasskern aus zu probieren. Achtung: Das Buch ist nur auf Englisch erhältlich. 


Fazit: geradliniges Buch für Einsteiger, die gerne sofort loslegen wollen.

3. Sonstige Bücher:


„How to Write Songs on Guitar“ heißt das großartige Buch von Rikky Rooksby. Es geht um Kompositionstechniken, Akkordfolgen, Rhythmus- und Melodien und noch sehr vieles mehr, was man wissen muss, um tolle Songs auf der Gitarre zu scheiben. Jedes der 16 Kapitel ist ausgesprochen praxistauglich verfasst und man kann meist zugleich das jeweilige Thema am eigenen Instrument ausprobieren. Man spürt in jedem Kapitel, wie tief gehend sich der Autor mit dem Songwriting auseinander gesetzt hat. Einer wichtigsten Pluspunkte ist für mich, dass unzählige Songbeispiele angeführt werden, so das man gleich nachvollziehen, welcher Musiker bspw. welche Akkordfolge für seine Songs verwendet hat. Alles ist zudem übersichtlich und grafisch einprägsam dargestellt. Toll!


  

Fazit: ein tolles Buch für alle, die ihre eigenen Songs auf der Gitarre schreiben möchten